Elektronische Gesundheitsdaten

Empfehlungen für den Umgang mit Gesundheitsdaten

Die Aufzeichnung und Speicherung der eigenen Gesundheitsdaten an einem zentralen Ort haben offensichtliche Vorteile. Einerseits können die Gesundheitsdaten ohne Aufwand selber kontrolliert werden. Und man hat auch im Alterungsprozess einen Vergleich mit dem, was früher einmal war (historische Daten).

Zudem wird der Arzt bei einem Checkup wissen wollen, wie es zum Beispiel mit folgenden Werten steht:

  • Wie ist das aktuelle Gewicht? Zuviel? Grenzwertig? OK?
  • Wie steht’s mit dem Blutdruck oder dem Puls im Alltag?
  • Ist Bewegungsaktivität und Schlaf ausreichend?

Für meinen Teil kann ich diese Fragen jederzeit mit aktuellen und historischen Daten beantworten. Wie das geht, beschreibe ich in diesem Beitrag.


Datenschutzüberlegungen

Wenn die Gesundheitsdaten an einem zentralen Ort gespeichert sind, muss man wissen, wer Zugriff auf diese Daten hat. Das ist wichtig. Schlussendlich sind das Daten, die auch durch ein Arztgeheimnis geschützt sind. Es besteht also Konsens, dass das schützenswerte Daten sind.

Leider ist dieser Grundsatz aus bequemlichkeitsgründen nicht mehr einzuhalten. Natürlich könnte man alle relevanten Werte regelmässig in ein Excel Sheet eintragen und hat dann die Gewissheit, dass nur jemand, der Zugriff auf dieses Excel Sheet hat, die Daten kennt.

Bequemer ist allerdings, wenn für diese Aufgaben die modernen Hilfsmittel eingesetzt werden. Eine Waage, die Gewicht, Body Mass Index und Fettanteil automatisch speichert, und die Resultate in Grafiken darstellt. Ein Fitnesstracker, der die Schritte zählt, den Puls misst, den Schlaf aufzeichnet und alles übersichtlich zusammenfasst. Und ein Blutdruckmessgerät, dass ebenfalls seine Werte sammelt und übersichtlich anzeigt.

Diese Geräte erfordern aber alle eine Registrierung beim Hersteller und speichern die gesammelten Daten auf einem Server in der Cloud. Damit hat auch der Hersteller in den meisten Fällen Zugriff auf die Daten, zumindest in anomysierter Form.

Wie immer in solchen Fällen von Sammelwut ist es sinnvoll, die Daten auf verschiedene Datenbanken zu verteilen. Keiner der Anbieter hat somit den Gesamtüberblick. Der Hersteller des Fitnesstrackers kennt meinen Blutdruck nicht. Und die Datenbank mit den Gewichtsdaten kennt meine Fitness nicht.

Health App auf dem iPhone

Am Schluss sollten die Daten aber trotzdem irgendwo gesammelt werden, damit einen Gesamtüberblick möglich ist und die Details bei Bedarf, z.B. beim Arztbesuch, weitergegeben werden können.

Mit der Health App auf dem iPhone stellt Apple eine relativ sichere Speichermöglichkeit als Zentralarchiv zur Verfügung. Nämlich das eigene iPhone. Gemäss Apple werden die Daten der Health App ausschliesslich auf dem eigenen iPhone gespeichert und nur freigegeben, wenn der Benutzer das ausdrücklich erlaubt. Zum heutigen Zeitpunkt vertraue ich diesen Aussagen.

Entsprechend wichtig beim Kauf eines neuen Geräts ist die Kompatibilität mit der Apple Health App. Kompatible Geräte übermitteln die Daten nicht nur an den Anbieter, sondern speichern sie auch in der Health App auf dem eigenen iPhone. Die Angaben dazu finden Sie normalerweise in den Spezifikationen des Geräts oder zumindest im Benutzerhandbuch. Wenn keine Angaben zur Verbindung mit Health vorhanden sind, dann ist das Gerät nicht kompatibel und Sie sollten nach einem anderen Hilfsmittel Ausschau halten.

Erprobt sind bei mir die Vivosmart von Garmin als Fitnesstracker und eine Waage und ein Blutdruckmessgerät von Omron. Alle übermitteln zuverlässig die Daten an die Health App und in der Übersicht kann das dann etwa so aussehen:


Fazit

Gesundheitsdaten übersichtlich und regelmässig sammeln ist sinnvoll. Das iPhone bietet einen komfortablen Weg, diese Daten geschützt in der eigenen Tasche zu speichern. Bei der Sammlung der Daten durch die Waage, den Fitnesstracker und die anderen Gerät hört der Hersteller mit. Den Gesamtüberlick über den Gesundheitszustand hat aber nur der Besitzer des iPhones.